Vortrag: Theorie sozialer Identitäten, entwickelt durch Geschichten von Menschen aus Nueva Germania, Paraguay

Datum: 24 Oktober 2017 (Englisch)
2 November 2017 (Deutsch)
Zeit: 19:00
Ort: Swakopmund Museum Vortragsraum

Am Dienstag, den 24. Oktober wird Dr Jonatan Kurzwelly einen Vortrag über seine anthropologischen Forschungen in Nueva Germania (Paraguay) halten. Ferner wird er über seine Forschungen in Namibia reden.

Der Vortrag wird am 24. Oktober in englischer Sprache und am 2. November 2017 in deutscher Sprache gehalten. Beide Vorträge beginnen um 19:00 Uhr im Swakopmund Museum.

Zusammenfassung:

Nueva Germania, etwa 300 Kilometer nördlich von Asunción, der Hauptstadt von Paraguay, wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Bernhard Förster und Elisabeth Nietzsche als eugenische, rassistische und antisemitische Siedlung gegründet.

Als solches wurde es in mehreren journalistischen Berichten durch das Prisma einer sensationalistischen Geschichte dargestellt, die von seinen gegenwärtigen Bewohnern oft als schädlich und beleidigend empfunden wird.

Heute leben in dieser ländlichen Gemeinschaft Menschen paraguayischer und deutscher Herkunft in relativem Frieden, ohne große politische oder weltanschauliche Bestrebungen. Als Anthropologe wird sich Kurzwelly den sensationalistischen Berichten von Journalisten widersetzen, indem er Geschichten präsentiert, die von einigen der Germaninos (Bewohner von Nueva Germania) in einem kollaborativen Forschungsprozess erzählt wurden.

Diese Geschichten decken eine Vielzahl von Themen ab und bieten viele reiche Beispiele für Analysen, die sich auf einige der langjährigen Debatten in Philosophie und Anthropologie beziehen. Kurzwelly wird in seinem Vortrag darüber reflektieren, was man aus den Erzählungen und Fotografien der Menschen über soziale Identitäten lernen kann.

 

Dr. Jonatan Kurzwelly

Jonatan Kurzwelly

Dr. Jonatan Kurzwelly wurde in Europa als Kind von Künstlern beider Seiten des Eisernen Vorhangs geboren. Trotz seiner doppelten Staatsbürgerschaft, fühlte er sich weder deutsch in Deutschland, noch polnisch in Polen.

Diese persönliche Identitätsfrage regte sein akademischen Interesse an Theorien über soziale Identitäten an. Weitere akademische Interessen von Dr. Kurzwelly umfassen: sinnliche und visuelle Anthropologie, experimentelle und kollaborative Forschungsmethoden, existenzielle und phänomenologische Anthropologie und Philosophie der Sozialwissenschaften. Dr. Kurzwelly hat kürzlich an der University of St. Andrews promoviert. Er ist derzeit Postdoktorand an der Universität des Freistaates in Südafrika.

Derzeit arbeitet Jonatan Kurzwelly an einem Buch, in dem verschiedene Geschichten aus Namibia gesammelt werden sollen und sucht potenziell interessierte Personen, die an seinem Projekt teilnehmen möchten. Dazu gehören Lebensgeschichten, Berichte über wichtige Ereignisse, Probleme, Freuden oder Errungenschaften – alles, was von den Autoren als wichtig erachtet wird. Wenn Sie Interesse haben, mitzuwirken, melden Sie sich bitte bei der Wissenschaftlichen Gesellschaft Swakopmund.